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Glashüttenstrasse

( begonnen am 28.09.19, erweitert 15.11.19)

 

 

 

Hillebrand's Glashüttenwerk

Schulespielen

 

 

Hillebrand's Glashüttenwerk


Die Paderborner Glasfabrik wurde von Werner Seidensticker gegründet und 1886 gegenüber dem Reichsbahn-Verschiebebahnhof erbaut. Nachdem diese mehrfach ihren Besitzer gewechselt hat, wurde sie im Jahre 1910 vom Glasfabrikanten Sebastian Hillebrand erworben. Es war damals ein langes Gebäude das mit Ziegel gebaut wurde. Die Glasbläser kamen von anderen Glashütten, z.Bsp von der geschlossenen Glashütte aus Holtheim. Durch die Fensteröffnungen konnte man in die Werkshalle schauen. Hier standen die großen Schmelzöfen. In den Schmelztiegel befand sich das bis zur Weißglut erhitzte dickflüssige Glas. Die Hitze war so groß, daß die Männer nur in Hemd und Hose arbeiteten. Die Lage der Glashütte lag zwischen dem Grünen Weg und der damaligen Glashüttenstrasse. Der Betrieb hatte eine Grundstücksgröße von ca.22000 qm und beschäftigte ca.110 Mitarbeiter.


Im Jahre 1923 wurde die Firma in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt. Die Firma führte seitdem den Namen Hillebrand's Glashüttenwerk Kommanditgesellschaft.


Hillebrand wandte sich erstmalig im April 1928 hilfesuchend an die Stadtverordneten von Paderborn. Die Glashütte bat um eine Bürgschaft über 100000 Reichsmark. Hillebrand erhoffte sich mit diesem Darlehen die Finanzierungsschwierigkeiten aufgrund seiner geringen Kapitalausstattung überwinden zu können. Er wäre sonst gezwungen gewesen, seinen Betrieb still zu legen und seine Arbeiterinnen und Arbeiter zu entlassen.
Da die Stadt für die Erweiterung eines Betriebsbahnhofes ein Grundstück suchte, kam Sie mit Interesse dem Ersuchen einer Bürgschaft in der gewünschten Höhe nach. Die Stadt handelte aber Hillebrand im Gegenzug die Verpflichtung ab, daß ein im Besitz der Glashütte befindliches Grundstück zum günstigen Preis zu verkaufen.


Die wirtschaftlichen Bedingungen in der Branche haben sich bis 1930 allgemein verschlechtert. Hinzu kam, das die Glashütte infolge Folge eines Brandes erheblich beschädigt wurde. Um eine Instandsetzung nach dem Brand bemüht, wendete sich Hillebrand erneut an die Stadt. Durch den Produktionsverlust und des Brandschaden in Höhe von 40000 RM, wurden Forderungen der Vorlieferanten nach Vorauskasse laut, da schon andere Firmen der Branche pleite gemacht hatten. Um einen Bankkredit erhalten zu können, benötigte Hillebrand eine Ausbietungsgarantie, ein häufig genutzter Vertrag zur Abwendung von Ausfällen bei einer zwangsweisen Verwertung von Grundpfandrechten. Die Stadt übernahm als Bürge die Haftung gegenüber dem Gläubiger aus diesem Grundpfandrecht. Hieraufhin bekam Hillebrand nochmals 30000 RM. Neben der Bürgschaftsübernahme hat die Stadt auch beschlossen, daß die Gemeindesteuern in Raten beglichen werden können. Trotzdem konnte Hillebrand seine Liquiditätsschwierigkeiten nicht überwinden. Im Herbst 1930 leiteten die Gläubiger das Pfändungsverfahren und damit das Ende seines Glashütte ein.

Hillebrand musste auf Grund des Pfändungsverfahren schon im Dezember 1930 die Glashütte schliessen. Die damals beschäftigten Mitarbeiter mussten vom Wohlfahrtsamt unterhalten werden.
Zur Abwicklung der Geschäfte der stillgelegten Glashütte wurden Gutachter zur Wertermittlung eingesetzt. Schon im März 1931 erwarb die Stadt Paderborn, mit einem Versteigerungsgebot von 110 000 RM die Glashütte Hillebrand. Die Stadt wolle die Glashütte verkaufen und suchte zuerst nach einen zahlungskräftigen Käufer. Sie führte verschiedenen Verhandlungen, auch mit einem Kölner Bankier durch. Dieser machte Anfang 1933 der Stadt jedoch nur ein Pachtangebot und verlangte auch noch von der Stadt, daß diese für die erste Zeit der Betriebsaufnahme die Arbeitskräfte zum Teil unentgeltlich zur Verfügung stehen sollten. Die Verkaufsverhandlungen blieben im Sande stecken und es kam somit nicht zu einem Vertragsabschluß.

Auch die Mitarbeiter bildeten eine Interessengemeinschaft und versuchten den Betrieb wieder zu betreiben. Die Stadt übernahm hier aber keine Bürgschaft mehr, so dass die Sicherheiten für ein Kredit nicht zusammen kamen.

 

Ende 1933 verkaufte die Stadt die Glashütte und somit übernahm die Wollverwertung 1934 das Grundstück. Hier wurde zuerst die Schäfer mit Kleidung und Zubehör beliefert.

Der Straßenname wurde von Glashüttenstrasse in Wollmarktstrasse umbenannt, aber dieses ist einen andere Geschichte.

 

 

Die Zeichnung von Herrn Kivelitz stellt die Lage der Glashütte um 1909 dar.

Schulespielen

 

 

 

 

Eines der wenigen Fotos von der Glashüttenstrasse.

Willy Walteyer mit seinen Friseurgeschäft an der Glashüttenstrasse 13

Schulespielen

 

 

 

Bitte die Fotos nicht kopieren.

 

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